Wärmepumpen und Infrarotheizungen werden häufig im selben Atemzug genannt, wenn es um elektrisch betriebene Alternativen zu Öl- und Gasheizungen geht. Dabei handelt es sich um grundlegend unterschiedliche Technologien, die sich in Funktionsprinzip, Kosten und Einsatzgebiet deutlich unterscheiden.
Funktionsprinzip Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe nimmt Wärme aus der Umgebung auf (aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser) und hebt deren Temperaturniveau mithilfe von elektrisch angetriebenen Kompressoren an. Das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zu aufgenommener elektrischer Leistung wird als Leistungszahl (COP) bezeichnet. Eine Wärmepumpe mit COP 3 erzeugt aus 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Der Jahreswert über alle Betriebsbedingungen wird als Jahresarbeitszahl (JAZ) bezeichnet.
Funktionsprinzip Infrarotheizung
Eine Infrarotheizung wandelt elektrische Energie zu nahezu 100 % direkt in Wärmestrahlung um. Es gibt keine beweglichen Teile, keinen Kältekreislauf und keine externe Wärmequelle. Die Leistungszahl beträgt annähernd 1 (1 kWh Strom = 1 kWh Wärme). Energetisch ist das schlechter als eine Wärmepumpe – unter bestimmten Bedingungen aber nicht zwingend nachteilig.
Anschaffungskosten und Installation
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Installation kostet typischerweise zwischen 12.000 und 25.000 Euro oder mehr (je nach Systemgröße). Dazu kommt die Notwendigkeit eines Heizungsverteilsystems.
Eine Infrarotheizung für einen einzelnen Raum kostet zwischen 150 und 1.000 Euro und wird mit einem einfachen Elektroanschluss installiert.
Betriebskosten
- Wärmepumpe: Höhere Effizienz (JAZ > 1), aber komplexeres System mit Wartungskosten und Kältemittelservice
- Infrarotheizung: Einfaches System, kaum Wartungskosten, aber 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme
In gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Heizbedarf kann die Infrarotheizung trotz des niedrigeren Wirkungsgrads eine wirtschaftliche Lösung sein. In schlecht gedämmten Gebäuden mit hohem Energiebedarf ist die Wärmepumpe in der Regel die effizientere Wahl.
Geeignete Einsatzgebiete im Vergleich
Wärmepumpen eignen sich besonders für: Neubauten oder gut sanierte Gebäude, Objekte mit Fußbodenheizung oder Niedertemperaturheizkörpern, zentrale Heizsysteme.
Infrarotheizungen eignen sich besonders für: einzelne Räume oder Zusatzheizung, Ferienwohnungen und selten genutzte Objekte, Gebäude ohne vorhandene Heizungsinfrastruktur, Ergänzung zu bestehenden Systemen.
Für Fragen rund um Infrarotheizungen steht Heizprinz zur Verfügung – mehr unter Individuelle Beratung.