Der Begriff Raumklima bezeichnet die Gesamtheit der klimatischen Bedingungen in einem geschlossenen Raum. Es umfasst mehrere physikalische Größen, die zusammen das thermische und hygienische Empfinden der Nutzer bestimmen.
Komponenten des Raumklimas
Das Raumklima wird durch folgende Faktoren bestimmt:
- Lufttemperatur: Die Temperatur der Raumluft, gemessen mit einem Thermometer
- Oberflächentemperaturen: Temperaturen von Wänden, Decke, Boden und Einrichtung
- Luftfeuchtigkeit: Wasserdampfgehalt der Luft (relative Luftfeuchtigkeit in Prozent)
- Luftbewegung: Geschwindigkeit und Richtung der Luftströmung im Raum (Zugluft)
- Luftqualität: CO₂-Gehalt, Schadstoffkonzentration, Gerüche
Thermisches Behaglichkeitsempfinden
Die gefühlte Raumtemperatur hängt nicht allein von der Lufttemperatur ab, sondern auch von den Oberflächentemperaturen der Umgebung und der Luftbewegung. Die Norm DIN EN ISO 7730 definiert die operative Temperatur als Maß für thermische Behaglichkeit – sie ist der Mittelwert aus Lufttemperatur und mittlerer Strahlungstemperatur.
Ein Raum mit 22 °C Lufttemperatur und kalten Außenwänden (15 °C) wird als unbehaglich empfunden. Ein Raum mit 20 °C Lufttemperatur und warmen Wandflächen (24 °C) kann behaglich sein.
Luftfeuchtigkeit und Raumklima
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in Wohnräumen zwischen 40 und 60 % liegen. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit führt zu Austrocknung der Schleimhäute und erhöht die Staubbelastung. Zu hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung und wird als schwül empfunden.
Die Luftfeuchtigkeit hängt von der Raumtemperatur, der Feuchtigkeitsproduktion (Menschen, Pflanzen, Kochen, Duschen) und dem Lüftungsverhalten ab.
Einfluss der Heizungsart auf das Raumklima
Verschiedene Heizsysteme beeinflussen das Raumklima unterschiedlich:
- Konvektionsheizsysteme (klassische Heizkörper): Erwärmen primär die Luft, erzeugen Luftzirkulation (Staubaufwirbelung), Temperaturschichtung (warm oben, kühl unten), können die Luft als trocken empfinden lassen
- Infrarotheizungen: Erwärmen primär Oberflächen und Personen durch Strahlung, geringere Luftzirkulation, gleichmäßigere Temperaturverteilung, höhere Wandoberflächentemperaturen
- Fußbodenheizungen: Gleichmäßige Wärmeverteilung von unten, warme Füße, hoher Strahlungsanteil, als sehr behaglich empfunden
Mehr zum Unterschied zwischen Strahlungs- und Konvektionswärme finden Sie unter Funktionsweise von Infrarotheizungen.
Raumklima und Gesundheit
Ein gutes Raumklima trägt zu Wohlbefinden und Gesundheit bei. Folgende Richtwerte gelten als optimal:
- Lufttemperatur Wohnräume: 20–22 °C
- Lufttemperatur Schlafräume: 16–18 °C
- Lufttemperatur Badezimmer: 23–24 °C
- Relative Luftfeuchtigkeit: 40–60 %
- Luftbewegung: < 0,15 m/s (Zugluftfreiheit)
Abweichungen von diesen Werten können zu Unwohlsein, erhöhter Erkältungsneigung oder langfristig zu gesundheitlichen Beschwerden führen.
Verbesserung des Raumklimas
Maßnahmen zur Verbesserung des Raumklimas umfassen:
- Regelmäßiges Stoßlüften: Mehrmals täglich für 5–10 Minuten querlüften
- Vermeidung von Dauerlüftung über gekippte Fenster (Energieverlust, kühlt Wände aus)
- Einsatz von Hygrometern zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit
- Anpassung der Heiztemperatur an die Raumnutzung
- Wahl eines geeigneten Heizsystems mit hohem Strahlungsanteil