Photovoltaik

Photovoltaikanlagen und Infrarotheizungen sind beide elektrisch betrieben. Das macht sie aus technischer Sicht zu einer naheliegenden Kombination. Dieser Artikel erklärt, wie die Verbindung beider Systeme in der Praxis funktioniert und was Interessenten realistisch einplanen sollten.

Technischer Aufbau

Eine Photovoltaikanlage besteht aus Solarmodulen, die Sonnenlicht in Gleichstrom (DC) umwandeln. Ein Wechselrichter wandelt diesen in Wechselstrom (AC, 230 V, 50 Hz) um, der ins Hausnetz eingespeist wird. Infrarotheizungen werden am normalen 230-V-Hausnetz betrieben und können ohne technischen Mehraufwand den Strom nutzen, den eine PV-Anlage erzeugt.

Wirtschaftlichkeit durch Eigenverbrauch

Strom, der vom eigenen Solardach erzeugt und direkt verbraucht wird (Eigenverbrauch), ersetzt teuren Netzstrom. Die Einspeisevergütung liegt in Deutschland deutlich unter dem Preis für bezogenen Netzstrom. Daher ist es wirtschaftlich vorteilhafter, den selbst erzeugten Strom selbst zu verbrauchen. Eine Infrarotheizung, die in Zeiten hoher Solarstromproduktion betrieben wird, erhöht den Eigenverbrauch.

Saisonaler Versatz

Der größte Heizenergiebedarf besteht in den Wintermonaten – genau dann, wenn PV-Anlagen aufgrund kurzer Tage und flacher Sonneneinstrahlung am wenigsten Strom produzieren. Im Sommer produzieren PV-Anlagen viel Strom, obwohl kaum geheizt werden muss. Dieser Versatz bedeutet: Eine vollständige Deckung des Winterheizbedarfs durch Solarenergie ist ohne deutlich überdimensionierte Anlage und großen Speicher in Deutschland nicht möglich.

Intelligente Steuerung und Batteriespeicher

Die Kombination ist besonders effizient, wenn Infrarotheizungen bevorzugt dann betrieben werden, wenn die PV-Anlage Überschussstrom produziert. Ein Energiemanagementsystem kann Verbraucher automatisch zuschalten, wenn der Solarertrag über einer Schwelle liegt.

Ein Batteriespeicher kann tagsüber überschüssigen Solarstrom zwischenspeichern und ihn abends für die Infrarotheizung bereitstellen. Handelsübliche Hausspeicher haben Kapazitäten von typischerweise 5–15 kWh – das reicht für einige Heizstunden, aber nicht für eine mehrwöchige Heizperiode ohne Sonne.

Zur Thermostatsteuerung finden Sie weitere Informationen unter Thermostat für Infrarotheizungen.

Gesamtbeurteilung

Die Kombination aus Photovoltaik und Infrarotheizung ist technisch einfach umzusetzen und wirtschaftlich sinnvoll – insbesondere wenn ohnehin eine PV-Anlage vorhanden oder geplant ist. Sie sollte als Ergänzung und nicht als vollständige Lösung für den Winterheizbedarf betrachtet werden.

Mehr zu den Betriebskosten finden Sie unter Infrarotheizung Verbrauch ermitteln.