Der Keller stellt an ein Heizsystem andere Anforderungen als ein Wohnraum. Hohe Luftfeuchtigkeit, kühle Außenwände, geringe oder fehlende Dämmung und meist wechselnde Nutzungsintensität prägen das Einsatzbild. Infrarotheizungen können im Keller eingesetzt werden, erfordern aber eine sorgfältige Planung.
Bauphysikalische Besonderheiten
- Außenwände: Kellerwände grenzen an das Erdreich, das eine andere Wärmeleitfähigkeit hat als Außenluft. In schlecht gedämmten Kellern sind die Wandoberflächen oft deutlich kühler als die Raumluft.
- Luftfeuchtigkeit: Keller sind häufig feuchter als Wohnräume. Feuchte Luft kondensiert leichter an kühlen Oberflächen.
- Nutzungsprofil: Viele Keller werden nur gelegentlich genutzt – das beeinflusst die sinnvolle Heizleistung und Betriebszeit.
Schimmelrisiko und Infrarotstrahlung
Schimmel bildet sich, wenn die Oberflächentemperatur einer Wand unter den Taupunkt der Raumluft fällt. Infrarotheizungen wärmen Oberflächen direkt auf, was theoretisch dazu beitragen kann, die Wandtemperatur über den Taupunkt zu heben.
Wichtig: Schimmel kann viele Ursachen haben (aufsteigende Feuchtigkeit, Undichtigkeiten, fehlende Dämmung). Eine Infrarotheizung allein ist kein Allheilmittel. Bei bestehendem Schimmelproblem sollte zunächst die Ursache fachkundig untersucht und behoben werden.
Dimensionierung
Da Keller oft schlechter gedämmt sind als Wohnräume, ist die spezifische Heizlast in der Regel höher. Für Kellerräume ohne Dämmung können Werte von 70–120 W/m² erforderlich sein – diese Angaben sind Richtwerte und müssen im Einzelfall geprüft werden.
Zur Orientierung empfiehlt sich der Infrarotheizungs-Rechner sowie eine individuelle Beratung für die genaue Dimensionierung.
Einsatz als Zusatzheizung
Für Hobbyräume oder Abstellräume, die nur zeitweise genutzt werden, eignet sich eine Infrarotheizung als bedarfsorientierte Lösung: Das Gerät heizt schnell auf, sobald der Raum genutzt wird, und kann bei Nichtbenutzung vollständig abgeschaltet werden.
Mehr zu den Einsatzmöglichkeiten als flexible Heizlösung finden Sie unter Infrarotheizung als Zusatzheizung.
Stark feuchte Keller
In sehr feuchten Kellern mit sichtbarer Feuchtigkeit oder aufsteigender Nässe aus dem Boden ist zunächst die bauliche Situation zu klären. Eine Heizung – ob Infrarot oder konventionell – kann die Ursache von Feuchtigkeit nicht beheben. Vor der Installation empfiehlt sich immer die Beratung durch einen Bausachverständigen.