Eigenverbrauch

Wer eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) betreibt, erzeugt selbst Strom. Dieser Strom kann entweder ins öffentliche Netz eingespeist oder selbst genutzt werden. Die Nutzung des selbst erzeugten Stroms im eigenen Haushalt nennt man Eigenverbrauch. Infrarotheizungen eignen sich als elektrische Verbraucher grundsätzlich zur Kombination mit einer PV-Anlage.

Funktionsprinzip der Kombination

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Gleichstrom (DC), den ein Wechselrichter in Wechselstrom (AC, 230 V) umwandelt. Dieser kann direkt von Infrarotheizungen am Hausnetz genutzt werden. Erzeugt die PV-Anlage mehr Strom als verbraucht wird, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz.

Wirtschaftliche Betrachtung

Die Einspeisevergütung – der Betrag, den Netzbetreiber pro eingespeister Kilowattstunde zahlen – liegt in Deutschland deutlich unter dem Preis für bezogenen Netzstrom. Daraus ergibt sich: Strom, den man selbst verbraucht, hat einen höheren wirtschaftlichen Wert als eingespeister Strom. Eine Infrarotheizung, die in Zeiten hoher Solarstromproduktion betrieben wird, erhöht daher den wirtschaftlichen Eigenverbrauchsnutzen der PV-Anlage.

Saisonaler Versatz

Photovoltaikanlagen erzeugen im Sommer am meisten Strom – genau dann, wenn kaum Heizbedarf besteht. Im Winter, wenn geheizt wird, ist die PV-Leistung aufgrund kürzerer Tage und flacherer Sonneneinstrahlung deutlich geringer. Die direkte Deckung des Winterheizbedarfs durch Solarstrom ist in deutschen Klimaverhältnissen daher nur begrenzt möglich.

Batteriespeicher und intelligente Steuerung

  • Batteriespeicher: Überschüssiger Solarstrom kann gespeichert und bei Bedarf genutzt werden. Die Kapazität handelsüblicher Hausspeicher reicht jedoch nicht aus, um große Heizenergiemengen zu speichern.
  • Intelligente Steuerung: Ein Energiemanagementsystem kann Infrarotheizungen bevorzugt dann einschalten, wenn die PV-Anlage Überschussstrom produziert.

Zur Thermostatsteuerung finden Sie weitere Informationen unter Thermostat für Infrarotheizungen.

Realistisches Einsparpotenzial

Die Kombination aus PV-Anlage und Infrarotheizung kann die Betriebskosten reduzieren – insbesondere in der Übergangszeit (Frühling, Herbst). Eine vollständige Deckung des Winterheizbedarfs durch eigene Solarenergie ist in Deutschland ohne deutlich überdimensionierte Anlage und großen Speicher nicht realistisch. Entscheidend ist eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf Basis des eigenen Verbrauchs- und Erzeugungsprofils.