Ist eine Infrarotheizung ein Stromfresser? 

In diesem Artikel erfahren Sie:

Die Frage nach dem Stromverbrauch einer Infrarotheizung beschäftigt viele Menschen, die über eine moderne Heizlösung nachdenken. Besonders das Vorurteil, Infrarotheizungen seien wahre Stromfresser, hält sich hartnäckig. Doch was steckt wirklich dahinter? Wir werfen einen genauen Blick auf Zahlen, Fakten und Verbrauchswerte – und zeigen Ihnen, warum dieses Vorurteil nicht der Realität entspricht.

Inhaltsverzeichnis:

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Die Wahrheit über den Stromverbrauch von Infrarotheizungen

Beginnen wir mit einer klaren Aussage: Ja, Infrarotheizungen verbrauchen Strom. Aber nein, sie sind keine Stromfresser. Der entscheidende Unterschied liegt im Wirkungsgrad und in der Art und Weise, wie die Wärme erzeugt und verteilt wird. 

Während herkömmliche Heizsysteme mit Gas oder Öl arbeiten und dabei erhebliche Energieverluste durch Rohrsysteme, Kessel und Verteilung haben, wandelt eine Infrarotheizung nahezu 100 Prozent der zugeführten elektrischen Energie direkt in Wärme um. Es gibt keine Transportverluste, keine aufwendigen Verteilungssysteme und keine Wartezeit, bis die Wärme beim Nutzer ankommt. 

Der Begriff „Stromfresser“ stammt meist aus dem Vergleich mit den reinen Energieträgerpreisen. Betrachtet man allerdings die Gesamteffizienz des Systems, zeigt sich ein völlig anderes Bild. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik bestätigt: Infrarotheizungen verbrauchen 32 Prozent weniger Endenergie als Gasheizungen. Der Grund liegt in der direkten Strahlungswärme, die Gegenstände und Wände erwärmt, anstatt kostbare Energie an die Raumluft zu verschwenden. 

Wie viel Strom verbraucht eine Infrarotheizung wirklich? 

Zahlen und Fakten bringen Klarheit. Der tatsächliche Stromverbrauch einer Infrarotheizung hängt von mehreren Faktoren ab: der Dämmqualität des Gebäudes, der Raumgröße, den gewünschten Temperaturen und der Nutzungsdauer. 

Konkrete Verbrauchszahlen im Überblick 

Für eine realistische Berechnung wird eine Heizperiode von 180 Tagen pro Jahr zugrunde gelegt. In dieser Zeit läuft die Infrarotheizung durchschnittlich 5 Stunden täglich. Natürlich gibt es dabei Schwankungen: An extrem kalten Tagen können es 8 Stunden sein, an milden Wintertagen nur 2 Stunden. 

Die benötigte Heizleistung richtet sich nach der Gebäudedämmung: 

  • Sehr gut isolierte Häuser: 35 Watt pro Quadratmeter 
  • Gut isolierte Häuser: 50 Watt pro Quadratmeter 
  • Schlecht isolierte Häuser: 70 Watt pro Quadratmeter 

Beispielrechnung für verschiedene Wohnungsgrößen

Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an: Ein gut isoliertes Haus mit 100 Quadratmetern Wohnfläche benötigt eine Heizleistung von 5.000 Watt (100 m² × 50 Watt). Bei einer Heizperiode von 180 Tagen und 5 Stunden täglicher Laufzeit ergibt sich: 

  • 180 Tage × 5 Stunden = 900 Stunden Gesamtlaufzeit 
  • 900 Stunden × 5 kW = 4.500 kWh Jahresverbrauch 

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,32 Euro pro Kilowattstunde entspricht das Heizkosten von 1.440 Euro pro Jahr.
Das klingt zunächst nach viel – doch vergessen Sie nicht: Hier sind alle Heizkosten bereits enthalten. Keine versteckten Wartungskosten,
keine Schornsteinfegergebühren, keine teuren Reparaturen am Heizkessel. 

Für eine kleinere Wohnung mit 60 Quadratmetern und sehr guter Dämmung sieht die Rechnung deutlich günstiger aus: 

  • 60 m² × 35 Watt = 2,1 kW Heizbedarf 
  • 900 Stunden × 2,1 kW = 1.890 kWh Jahresverbrauch 
  • 1.890 kWh × 0,32 Euro = 604 Euro Heizkosten pro Jahr 

Diese Zahlen zeigen deutlich: Der Stromverbrauch ist planbar, transparent und vor allem abhängig von der Gebäudequalität. In gut gedämmten Objekten sind die Verbrauchswerte erstaunlich niedrig. 

Stromfresser oder Effizienzwunder? Der Vergleich macht’s deutlich 

Das Vorurteil des Stromfressers entsteht meist, wenn man nur den Strompreis mit dem Gaspreis vergleicht. Diese Rechnung ist jedoch zu kurz gedacht.
Schauen wir uns die Gesamtkosten an: 

Was andere Heizsysteme wirklich kosten

Eine Gasheizung verursacht jährliche Wartungskosten von 100 bis 200 Euro, dazu kommen Schornsteinfegergebühren von etwa 50 Euro. Ölheizungen liegen sogar bei 150 bis 300 Euro Wartungskosten pro Jahr. Über 15 Jahre summiert sich das auf 2.250 bis 5.250 Euro – Geld, das bei der Infrarotheizung komplett eingespart wird. 

Hinzu kommt die Anschaffung: Während eine neue Gasheizung mit Installation schnell 8.000 bis 14.000 Euro kostet, liegt eine komplette Infrarot-Heizlösung für ein Einfamilienhaus deutlich darunter. Eine klassische Infrarotheizung kostet je nach Größe zwischen 200 und 650 Euro pro Paneel. 

Ein weiterer Punkt ist die Effizienz: Bei Gas- und Ölheizungen gehen etwa 40 Prozent der eingesetzten Energie durch Rohrverluste, Pumpenbetrieb und Wärmeverteilung verloren. Die Infrarotheizung hat diese Verluste nicht – jede Kilowattstunde Strom wird zu 100 Prozent in Wärme umgewandelt. 

Für wen eignet sich die Infrarotheizung?

 Die Befürchtung, ein Stromfresser zu installieren, betrifft unterschiedliche Zielgruppen. Schauen wir uns an, wie die Infrarotheizung in verschiedenen Situationen abschneidet.

 

Hausbesitzer: Langfristig denken lohnt sich 

Für Hausbesitzer ist die Infrarotheizung besonders interessant. Die niedrigen Anschaffungskosten, der Wegfall von Wartungsarbeiten und die lange Lebensdauer von über 30 Jahren machen sie zu einer wirtschaftlich sinnvollen Investition. Gerade in Kombination mit einer Photovoltaikanlage wird die Infrarotheizung zum echten Sparmodell – dazu später mehr. 

Besonders in gut gedämmten Neubauten oder sanierten Altbauten zeigt sich der geringe Stromverbrauch. Eine Glasheizung oder Spiegelheizung fügt sich dabei elegant in moderne Wohnkonzepte ein und spart wertvollen Platz. 


Mieter: Flexibel und unkompliziert 

Auch für Mieter ist die Infrarotheizung keine Stromfalle. Im Gegenteil: Sie benötigt keine baulichen Genehmigungen, keine Rohrleitungen und lässt sich beim Umzug problemlos mitnehmen. Besonders für einzelne Räume wie das Homeoffice oder Badezimmer eignet sich eine punktuelle Beheizung mit Infrarottechnik ideal. 

Eine Bildheizung im Wohnzimmer oder eine Spiegelheizung im Bad sorgen für behagliche Wärme genau dort, wo sie benötigt wird – ohne dass der gesamte Wohnraum durchgehend beheizt werden muss. 


Gewerbetreibende: Punktgenaue Wärme ohne Verschwendung 

Im gewerblichen Bereich punktet die Infrarotheizung durch ihre Flexibilität. Großflächige Hallen müssen nicht komplett beheizt werden – stattdessen wird die Wärme gezielt in Arbeitsbereiche geleitet. Das spart enorme Energiemengen. 

Auch für Büros, Praxen oder Ladenlokale ist die Infrarotheizung keine Energiefalle. Die Räume werden schnell warm, die Temperatur lässt sich präzise steuern, und außerhalb der Geschäftszeiten läuft die Heizung einfach nicht. Kein Vorheizen, kein Nachheizen – nur Wärme, wenn sie wirklich gebraucht wird. 


Die Kombination mit Solarenergie: Der Gamechanger 

Hier wird es richtig interessant: Die Kombination einer Infrarotheizung mit einer Photovoltaikanlage verändert die gesamte Kostenrechnung fundamental. Der selbst erzeugte Solarstrom kostet Sie in der Produktion nur etwa 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Damit heizen Sie plötzlich für einen Bruchteil der Kosten – und völlig unabhängig von steigenden Energiepreisen. 

Ein modernes PV-System mit Stromspeicher ermöglicht es, den tagsüber erzeugten Strom auch abends und nachts zum Heizen zu nutzen. Das Ergebnis: Ihre Heizkosten sinken um 60 bis 80 Prozent. Was vorher als „Stromfresser“ galt, wird plötzlich zur günstigsten Heizlösung auf dem Markt. 

Die Investition in eine Photovoltaikanlage amortisiert sich durch die eingesparten Heizkosten innerhalb weniger Jahre. Danach heizen Sie praktisch kostenlos mit der Kraft der Sonne – und tun gleichzeitig etwas für die Umwelt. Die CO₂-Emissionen sinken auf nahezu null, während Gas- und Ölheizungen weiterhin 260 bis 290 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde ausstoßen. 


So optimieren Sie Ihren Stromverbrauch 

Selbst wer keine Solaranlage hat, kann den Stromverbrauch der Infrarotheizung deutlich reduzieren. Intelligente Thermostate passen die Heizleistung automatisch an die Raumnutzung an. Erfahrungswerte zeigen: Mit einer smarten Steuerung lässt sich die durchschnittliche Laufzeit von 5 auf 4,6 Stunden pro Tag senken. Das entspricht einer Einsparung von 8 Prozent. 

Auch die richtige Platzierung der Paneele spielt eine Rolle. Eine Infrarotheizung an der Außenwand verhindert kalte Wandflächen und reduziert den Heizbedarf zusätzlich. Die Strahlungswärme erwärmt die Wand, die dann selbst als Wärmespeicher fungiert und die Raumtemperatur stabilisiert. 

Ein weiterer Tipp: Heizen Sie nicht alle Räume gleich stark. Schlafzimmer benötigen nur 16 bis 18 Grad, während Wohnräume mit 20 bis 22 Grad beheizt werden. Diese gezielte Temperatursteuerung spart deutlich Energie – bei einer Gas- oder Ölheizung ist das nur schwer umsetzbar, bei der Infrarotheizung jedoch völlig unkompliziert.



Fazit: Vorurteil widerlegt 

Ist eine Infrarotheizung ein Stromfresser? Die klare Antwort lautet: Nein. Zwar verbraucht sie Strom, doch durch den nahezu 100-prozentigen Wirkungsgrad, die wegfallenden Wartungskosten und die Möglichkeit der Kombination mit Solarenergie ist sie effizienter als ihr Ruf. 

Die konkreten Zahlen zeigen: In gut gedämmten Gebäuden sind die Verbrauchswerte überschaubar und transparent. Die Heizkosten lassen sich präzise kalkulieren, es gibt keine bösen Überraschungen. Und wer in eine Photovoltaikanlage investiert, macht aus der Infrarotheizung sogar die günstigste Heizform überhaupt. 

Das Vorurteil des Stromfressers stammt aus einer Zeit, in der Strom teuer und erneuerbare Energien selten waren. Heute sieht die Realität anders aus: Solarstrom ist erschwinglich, Speichertechnologien sind ausgereift, und die Infrarotheizung ist bereit, ihr volles Potenzial als moderne, effiziente und zukunftssichere Heizlösung zu zeigen. 

Überzeugen Sie sich selbst und berechnen Sie Ihren individuellen Verbrauch mit unserem Infrarotheizungs-Rechner. Die Zahlen werden Sie überraschen – im positiven Sinne.